Mit dem Rauchen aufhören war für mich nie ein Thema. Ich rauchte gern und soviel wie ich vertrug. An anderen Leuten und aus Erzählungen konnte ich Fehlversuche nachvollziehen. Aus wirtschaftlichen Gründen aufzuhören – eine doofe Idee. Zum Neujahr als neuer Vorsatz – keine Chance. Selbst aus gesundheitlichen Gründen – der Stress kommt irgendwann und dann ist die Raucherpause vorbei. Ich hatte nur einen Menschen in meinem Leben kennengelernt, der das Rauchen erfolgreich aufgeben konnte. Er wusste jedoch zu berichten, dass bei ihm das Verlangen keineswegs verschwunden ist. Und sein Asthma hat ihm beim Aufgeben wohl sehr geholfen…

Ich war einer, der wollte rauchen. Krebs war mir egal, obwohl ich natürlich insgeheim hoffte, davon verschont zu bleiben. Ich hatte Husten, der mich nicht einschliefen ließ. Eine Morgenzigarette? Nicht bevor ich mich frei gehustet hatte, denn sonst habe ich Beklemmungszustände bekommen. Dass der Auswurf mit braunen Stellen kam, nahm ich mal als gutes Zeichen, schließlich war das kein Rot… Kurzatmigkeit hatte ich wohl auch, die hielt sich m. E. aber im Rahmen, schließlich war ich noch nie gerne Sportler.

Ich war gerne Raucher. Das ist eine gesellige Angelegenheit. Man findet immer Leute, die sich abseits stellen, rauchen und miteinander reden. Fremde konnten sich daher einfach da zustellen, die Gemeinsamkeit Rauchen reichte aus, in das temporäre Grüppchen aufgenommen zu werden. Ich fühlte mich wohl als Raucher. Ich hatte Freunde, die alle rauchten. Ich lernte leicht neue Leute kennen, weil ich ich rauchte. Es war völlig normal für mich zu rauchen. Ich rauchte wirklich gerne, das könnt ihr mir glauben. Und ich hatte wirklich keine Absicht, damit aufzuhören.

Tja und dann kam eines Tages eine neue Kollegin in unseren Betrieb und die hatte eine elektrische Zigarette. Das war mir vorher noch nicht begegnet und ich hörte das erste mal davon. Mein Interesse anfangs war mäßig. Die neue Kollegin berichtete, dass sie wegen der elektrischen Zigarette keine Zigaretten mehr raucht. Das war für mich mal gar nicht so interessant. Innerhalb kurzer Zeit jedoch stieg mein Interesse, als ich auf die Idee kam, ich könnte ja da elektrisch dampfen, wo ich nicht rauchen darf und so Nikotin kriegen, wo ich sonst drauf verzichten muss – diese Vorstellung hat mir sehr gefallen und daher habe ich mir im Internet zunächst eine Testzigarette auf 510er Basis gekauft. Die Investitionskosten waren vor zwei Jahren ja noch ganz enorm und ich scheute erst noch, mir ein richtiges Set zu kaufen. Das ließ aber nicht lange auf sich warten und ich war bald stolzer Besitzer eines Ego-T Einsteigersets mit 2 Verdampfern, 2 Akkus, einem Ladegerät und einer Transportbox.

So kam also der erste Abend nach der Arbeit, als ich die Ego-T in Betrieb nahm. Ich hatte mich vorher im Internet informiert, dass bei meinem Tabakkonsum wohl ein Liquid mit 18er Nikotindosierung eine gute Idee wäre. So ausgerüstet dampfte ich also bei meiner abendlichen, üblichen Beschäftigung das erste Mal so richtig. Die Ego-T funktionierte zuverlässig, war einfach zu bedienen und schnell war meine Aufmerksamkeit mehr beim Computer und Internet surfen. So dampfte ich nebenbei wie ich sonst rauchte. Bis mir etwas auffiel. Da war doch etwas, das mir fehlt, fiel mir auf. Ich wusste aber nicht gleich was es war. Nikotin war es nicht, das wusste ich wohl. Damit versorgte mich die Ego-T. Eine Zigarette rauchen fehlte mir da nicht, das war klar. Aber irgendwas fehlte. Was konnte das wohl sein – und da bemerkte ich es: Mir fehlte das Zigaretten drehen! Ei, wie witzig war das denn? Und da fiel auch gleich der Schalter um, Zigaretten rauchen war plötzlich völlig unnötig geworden und mit einem Schlag und ohne Absicht!

Die ersten zwei Tage rauchte ich noch auf der Arbeit, zu hause aber nicht mehr. Da mir die Zigaretten jetzt auch nicht mehr schmeckten, ließ ich das Rauchen dann ganz sein. So wurde ich Nichtraucher. Es ergab sich für mich wie ein Geschenk. Ohne Not und ohne Qual, sogar ohne etwas vermissen zu müssen, konnte ich Rauchen einfach so aufgeben, einfach so ziehen lassen, denn nun dampfte ich mein Nikotin mit lecker Lebensmittelaromen. In den ersten Tagen und Wochen konnte ich mit viel Freude daran die Entgiftung des Körpers miterleben. Der Raucherhusten wurde weniger, morgens hatte ich keine Beklemmungen mehr, ich schlief besser und sogar die Zähne wurden wieder etwas weißer. Körperliche Anstrengungen wurden schnell etwas einfacher, so ohne Kohlenmonoxid im Blut und die Nahrungsmittel schmeckten auf einmal auch viel besser, viel deutlicher als vorher, so ohne Teer auf den Geschmacksrezeptoren. Da stand für mich fest, in Zukunft will ich nicht mehr rauchen, da dampfe ich doch viel lieber!

Sascha W.